Do-it-yourself oder Fachmann? Wann sich eine professionelle Hydraulikreparatur lohnt

Servicetechniker der HBT GROUP

 

Hydraulische Systeme gelten als robust und langlebig. Zumeist arbeiten sie unter hohen Drücken und übertragen große Kräfte, Eigenschaften, die sie zu leistungsfähigen, aber auch sicherheitskritischen technischen Systemen machen. Wenn eine Anlage ausfällt oder erste Probleme mit der Hydraulik auftreten, stellt sich daher häufig die Frage: Lässt sich die Reparatur selbst durchführen, oder sollte für die Instandsetzung Kontakt zu einem Fachbetrieb aufgenommen werden? 

Gerade in Zeiten steigender Kosten versuchen viele Unternehmen, Wartungs- und Reparaturarbeiten möglichst intern zu erledigen. In einigen Fällen ist das auch sinnvoll. In anderen Situationen kann eine scheinbar einfache Reparatur oder Wartung jedoch erhebliche Risiken mit sich bringen, sowohl technisch als auch wirtschaftlich. Ein genauer Blick auf Kosten, Sicherheit und Systemkomplexität hilft bei der Entscheidung.

 

 

Wann kleinere Reparaturen an der Hydraulik selbst durchgeführt werden können

 

Nicht jede Störung in der Hydraulik erfordert sofort den Einsatz eines spezialisierten Serviceunternehmens. Viele einfache Wartungsarbeiten gehören zum normalen Betrieb einer Anlage und können von geschultem Personal im eigenen Unternehmen durchgeführt werden. Dazu zählen beispielsweise der Austausch von Filtern, das Nachfüllen oder Wechseln von Hydrauliköl oder das Prüfen von sichtbaren Leckagen an leicht zugänglichen Komponenten. Auch die Kontrolle von Rohr- und Schlauchleitungen, Verschraubungen oder Dichtstellen gehört zu den typischen Routinearbeiten. 

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Personal über grundlegende Kenntnisse der Hydraulik verfügt und die Arbeiten unter sicheren Bedingungen durchgeführt werden. Besonders wichtig ist, dass das System vor Beginn entsprechender Arbeiten vollständig drucklos gemacht wird. Selbst geringe Restdrücke können gefährlich sein.

 

 

Wann eine professionelle Hydraulikreparatur sinnvoll ist

 

Sobald Arbeiten an einem Hydrauliksystem über einen innerbetrieblich vorhandenen Wissens- und Erfahrungshorizont hinausgehen, muss für eine Instandsetzung Kontakt zu einem erfahrenden Fachmann aufgenommen werden. Systeme in der Hydraulik bestehen aus vielen präzise aufeinander abgestimmten Komponenten. Fehler bei Reparatur oder Wartung können die Funktion dieser Komponenten und somit des Gesamtsystems beeinträchtigen und ggf. auch zu Folgeschäden führen. 

Ein professioneller Hydraulikservice ist zum Beispiel sinnvoll, wenn komplexe Bauteile betroffen sind. Dazu zählen u.a. Hydraulikpumpen, Ventilblöcke oder Zylinder. Auch wenn Schäden im Inneren eines Hydrauliksystems vermutet werden, ist spezielles Diagnosewissen erforderlich. Moderne Anlagen arbeiten mit umfangreicher und sensibler Sensorik sowie mit komplexen elektronischen Steuerungen, die eine fachgerechte Analyse voraussetzen. 

Fachbetriebe verfügen neben umfangreichem Wissen und Erfahrung über spezielle Prüfgeräte, Montagewerkzeuge und Test-Prüfstände, mit denen Komponenten effizient geprüft werden können. Das schafft Erfolgssicherheit bei Reparaturschritten und ermöglicht meist beim First-Run, dass das System wieder zuverlässig arbeitet.

 

 

Sicherheitsaspekte bei Hydraulikreparaturen

 

Ein weiterer entscheidender Faktor bei der Frage „Do-it-yourself oder Fachmann“ ist die Arbeitssicherheit. Hydraulische Anlagen können Drücke von mehreren hundert bar erreichen. Tritt Hydrauliköl unter hohem Druck aus, kann es zu sogenannten Einspritzverletzungen kommen, bei denen Flüssigkeit in das Gewebe eindringt. Solche Verletzungen sind selten, aber äußerst gefährlich und erfordern sofortige medizinische Behandlung.

 

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Einspritzverletzung an der Hand

 

Auch schwere Bauteile oder bewegliche Maschinenteile stellen ein Risiko dar. Würde eine Anlage während Reparatur oder Wartung versehentlich in Betrieb gesetzt, könnte es zu schweren Unfällen kommen. Deshalb gelten strenge Sicherheitsvorschriften, wie etwa das Lockout-Tagout-Verfahren zur Absicherung gegen unbeabsichtigtes Einschalten.

Professionelle Hydraulikdienstleister sind mit diesen Sicherheitsanforderungen vertraut und arbeiten nach klar definierten Standards. Sie verfügen zudem über entsprechende Schutzausrüstung und Erfahrung im Zusammenhang mit der Instandsetzung von Systemen der Hydraulik.

 

 

Kostenfaktor: Reparatur selbst durchführen oder auslagern?

 

Auf den ersten Blick erscheint eine Eigenreparatur häufig günstiger. Schließlich entfallen Anfahrtskosten, Servicepauschalen und Arbeitszeit externer Techniker. Doch diese Rechnung greift oft zu kurz. 

Eine falsch ausgeführte Reparatur kann neben verlängerten Stillstandzeiten zu Folgeschäden führen, die deutlich höhere Kosten verursachen. Wird beispielsweise ein Hydraulikschlauch falsch montiert oder eine Dichtung nicht korrekt eingesetzt, kann es zu Leckagen oder Druckverlust und hierüber zu einem erneuten Ausfall einer Anlage kommen. 

Bei Produktionsstillständen in industriellen Anlagen können ungeplante Ausfälle schnell Kosten im fünf- oder sechsstelligen Bereich verursachen. In solchen Fällen ist eine schnelle und fachgerechte Reparatur durch einen spezialisierten Hydraulikservice fast immer die wirtschaftlichste Lösung.

 

 

Ein guter Mittelweg: Wartung intern, Reparatur durch Spezialisten

 

Viele Unternehmen setzen daher auf eine Kombination aus interner Wartung und externer Unterstützung. Regelmäßige Inspektionen, einfache Wartungsarbeiten und Sichtkontrollen werden durch das eigene Personal durchgeführt. Bei komplexeren Reparaturen oder Diagnosen, die über die einfache Wartung hinausgehen, wird hingegen ein Fachbetrieb hinzugezogen. 

Dieser Ansatz bietet mehrere Vorteile. Zum einen bleibt die Anlage kontinuierlich unter Beobachtung, sodass Probleme frühzeitig erkannt werden können. Zum anderen profitieren Unternehmen von der Erfahrung spezialisierter Hydrauliktechniker, wenn es um anspruchsvolle Reparaturen oder Systemoptimierungen geht.

 

Service

Servicemobil der HBT GROUP

 

Fazit: Sicherheit und Fachwissen entscheiden

 

Ob eine Hydraulikreparatur selbst durchgeführt werden kann oder besser einem Fachbetrieb überlassen werden sollte, hängt von mehreren Faktoren ab. Umfang der Reparatur, Sicherheitsrisiken und wirtschaftliche Auswirkungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Während eine einfache Wartung häufig intern erledigt werden kann, sollte bei komplexen Reparaturen an Komponenten wie Pumpen, Ventilen oder Zylindern Kontakt zu erfahrenen Hydrauliktechnikern aufgenommen werden. Das reduziert Risiken, verhindert Folgeschäden und sorgt dafür, dass die Anlage schnell wieder zuverlässig arbeitet. 

Die HBT GROUP unterstützt Unternehmen bei Wartung, Diagnose und Reparatur hydraulischer Systeme, von der schnellen Schlauchreparatur bis zur umfassenden Systemanalyse. Mit fachlichem Know-how und modernster Technik und einem umfassenden Partnerverbund sorgen wir dafür, dass Ihre Hydraulik dauerhaft leistungsfähig und sicher bleibt.

 

Sie suchen einen kompetenten Partner für Ihre Hydrauliklösungen? Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf und profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung. 

 

Fachartikel von:
Bild von Hans-Peter Löw

Hans-Peter Löw

Geschäftsführer HBT GROUP

Über drei Jahrzehnte Führungserfahrung in produzierenden Unternehmen diverser Branchen.

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